Basics

Ich hatte es ja bereits angekündigt: Es soll hier auf dem Blog in Zukunft auch um Kaffee gehen. Und zwar genauer um Kaffee nach meinem Geschmack. Und, nur um das vorweg zu nehmen, der ist schon etwas spezieller. Ich halte mich vor allem an den Grundsatz:

It’s a fruit

 

Ich habe diese Feststellung das erste mal von Linus (Tōrnqvist in Hamburg) mitbekommen. Und er zeigt schön den Grundsatz auf, an dem sich der ganze Themenkomplex Speciality Coffee orientiert. Speciality Coffee bzw. Spezialitätenkaffee hat relativ strenge Auflagen zu erfüllen, um sich so nennen zu dürfen. Er stammt – vereinfacht gesagt – aus einer einzigen Region bzw. von einer Farm oder einem Kollektiv (Single Origin), ist also keine Mischung (Blend) verschiedener Bohnen aus dem selben Land oder unterschiedlicher Länder. Das ist wichtig, da Kaffeepflanzen sehr stark auf ihre Umwelt (Temperatur, Boden etc.) reagieren und sich die Kaffeekirschen so sehr unterschiedlich entwickeln. Auch spielt die Art der Verlese und Aufbereitung der Bohnen noch in der Farm eine Rolle. Hierbei unterscheidet man „washed“ und „natural“ (anderes Thema).

Ein weiters Thema bei Speciality Coffee ist die Röstung. Bei normalem Kaffee aus Massenproduktion stehen oft die Röstaromen sehr stark im Vordergrund, nicht zuletzt um auch Schwankungen in Herkunft und Produktion zu überdecken und ganzjährig gleichen (und nicht wirklich guten) Kaffeegeschmack zu ermöglichen. Speciality Coffee setzt hierbei anders an: Es steht der Geschmack der Bohne im Vordergrund. Schonende und langsame Röstung sowie für jede Sorte eigens entwickelte Röstprofile sollen dafür sorgen, dass die Aromen der Frucht an sich im Vordergrund stehen. So entstehen leichte und floral- fruchtige Aromen mit einem angenehmen Säuregehalt. Besonders gut: Speciality Coffee stammt meist aus Direct Trade, also direktem Handel mit den Farmern, der allen beteiligten zugute kommt. Diesem Ansatz haben sich vor allem viele kleine Röstereien verpflichtet, die ich wohl in einem späteren Post noch einmal betrachten möchte.

In direkter Verbindung zu Speciality Coffee steht eine weitere Begrifflichkeit, die nicht unterschlagen werden soll: Third Wave Coffee. Das ist so betrachtet eher eine Bewegung als ein genormter Grundsatz wie Speciality Coffee. Die Bewegung kommt aus Skandinavien – der Begriff jedoch eher aus den USA – und bezieht sich auf die Phasen des Kaffeekonsums:

  • Erste Welle: Kaffee für jeden, billig und leicht zugänglich.
  • Zweite Welle: Qualität und Vielfalt im Kaffee. Espresso, Cappuccino etc. heben den Kaffee auf ein gewisses Grundniveau und betrachten ihn nicht nur als Wachmacher. Traurig hierbei: vor lauter Caramelised-Pekan-Dings oder Pumkin-Spiced-Spekulatius-White-Choclate-Dings ist der eigentliche Kaffeegeschmack stark in den Hintergrund gerutscht.
  • Dritte Welle: Zurück zum Kaffeegeschmack: Anbau, Röstung, Zubereitung – alles nur für den Perfekten (Filter-) Kaffeegenuss. Keine überrösteten Espressobohnen, sondern eben schonend produzierte Filterkaffees sind hier relevant.

Diese Darstellung ist natürlich stark vereinfacht und lässt noch viel ungesagt, soll aber hierbei dem Überblick dienen und einen Eindruck geben. Bei Third Wave Coffee wird Kaffee eher als hochwertiges Erzeugnis aus einer Frucht heraus gesehen ( „It’s a fruit“). Vergleichbar zu hochwertigem Wein oder auch Tee. Und da spielt eben auch die Zubereitung eine Rolle: der Kaffee soll nicht mehr auf Knopfdruck aus dem überteuerten Vollautomaten kommen. Viel eher soll die Zubereitung den Kaffee wertschätzen und zelebriert werden: der Kaffee ist etwas besonderes und steht im Mittelpunkt.

Zubereitung ohne Vollautomat oder Instant-Cappuccino-Pulver geht aber trotz allem Geschmacklich und Handwerklich sehr vielfältig: Mit der klassischen Filtermethode (aber von Hand aufgegossen) finden sich Begriffe wie V60, Chemex oder Kalita, aber auch in der French Press oder einer Aeropress zubereitet: jede Zubereitungsmethode hat ihre geschmacklichen Eigenheiten und Unterschiede. Man muss bei weitem nicht alle gleich gut finden, sondern kann sich alles ganz nach seinem eigenen Geschmack gestalten, denn es gibt auch viele Parameter, die zu beachten sind: Mahlgrad, Menge, Temperatur, Aufgusstechnik & -Zeit, Wasserqualität; sogar die Menge und Zeit beim Blooming (auch Präinfusionsphase, das klingt viel simpler), bei dem der Kaffee quillt und sich die Aromen lösen können sind entscheidende Faktoren.

Und genau so mag ich auch meinen Kaffee: die Zubereitung zelebrieren, die vielen Parameter der Zubereitung solange optimieren bis die Kaffeesorte alle ist und dann mit der nächsten wieder von vorn anfangen. Darüber möchte ich euch einen Überblick geben – und vielleicht auch den ein oder anderen zu mehr Third Wave motivieren.

Wortkrieg hoch 2

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Da sind wir also, du und ich. Du, werter Leser, bist hier gelandet, weil du vermutlich durch mich darauf aufmerksam gemacht wurdest, dass dieses Blog hier existiert. Vielleicht hast du ja auch schon mal den einen oder anderen Beitrag hier auf dem Vorgänger dieses Blogs gelesen. Ursprünglich war all der bisherige Content – bis zu diesem Tag – nämlich auf Medium zu finden.

Ich, der Autor dieser und aller anderen Zeilen hier, bin hier her umgezogen, da es mir auf Medium nicht mehr gefallen hat. Eigentlich wollte ich die alten Inhalte von Medium auch nicht wirklich hierher umziehen. Habe es aber trotzdem gemacht, weil es doch immer schön ist, auch mal im eigenen Archiv stöbern zu können das doch ein guter Service für den ein oder anderen Leser ist.

Was erwartet uns, dich und mich hier also zukünftig? Das weiß ich noch nicht so ganz genau. Ich werde über Kaffee referieren, denn das ist zu einer meiner Leidenschaften geworden. In dem Themenbereich bin ich allerdings kein Profi, ich denke eher, dass du, lieber Leser, und ich zusammen noch etwas lernen Können.

Sicher werde ich auch über Alltägliches oder interessante Dinge schreiben. Garantiert wird das hier auch weiterhin meine Meinung enthalten, und davon wohl nicht zu wenig. Über die Bundestagswahl habe ich mich ja schon über alle Maßen zurückgehalten. Außerdem habe ich vor, auch mal ein paar Bilder zu posten oder über Rudern (Ja, Rudern. Nich Paddeln oder Kajak oder sonst etwas. Rudern.) schreiben.

Eine Neuerung habe ich allerdings noch vor: Ich werde zukünftig den ein oder anderen Post in einer Hörfassung anbieten, falls du doch eher zur Lesefaulen Sorte gehörst und lieber Hörer werden möchtest.

Also auf ein neues: Hallo, lieber Leser, hier auf meinem neuen Blog. Mal sehen, wohin die Reise geht.

 

*An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Timo für die großartigen Bumper & Stinger Elemente, die in der Hörfassung verwendet werden.

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