Wortkrieg

Krieg bei Fastfood, Krieg bei Supermärkten. Krieg mit Worten! Überall!

“Besser einander Beschimpfen als einander Beschießen.”

— Winston Churchill

Es herrscht Krieg! Überall! Nein, nicht der Krieg mit Waffen und Blutvergießen. Naja doch, der herrscht auch. Aber nicht in unserer unmittelbaren Umgebung. Doch auch in unserem Alltag herrscht eine Art Krieg vor. Krieg der Darstellung und Meinung. Krieg der Marken. Krieg der Informationen. Krieg der Pazifisten. Niemand ist davon gefeit.

Krieg der Fastfoodketten

Ich ging letztens durch eine U-Bahn Station. Es gab gleich mehrere Plakate zu ein und dem Selben Produkt: Burger. Da wäre Kontrahent A mit dem goldenen M. Er wirbt mit frische und besten Fleisch von irgend einem Rind, das angeblich glücklich viel zu früh in Massentierhaltung gestorben ist und eigentlich nur einen sinnlosen Rassennamen trägt.

Darauf muss Kontrahent B natürlich unvermittelt und mit aller Härte reagieren. Kontrahent B ist durch die Krone und das Zepter zu erkennen. Da wird mit einem großartigen, neuen und ultra-spicy 200-Lagigen Spezialburger, der eigentlich einen Markennamen trägt, geworben. Na gut, zumindest will uns Kontrahent B nicht suggerieren, dass sein Fleisch etwas besonderes ist. Aber die groß beworbene spezielle Zubereitung ist auch eigentlich nur das gleiche in verbrannter.

Tricks, die jede Genfer Konvention untersagen würde

Was man hier schön feststellt: Marken buhlen um Kunden. Teils mit Tricks, die jede Genfer Konvention untersagen würde. Genauso will jeder Supermarkt der Frischeste sein. Kette A (Die mit dem schief stehenden “i” im Logo) wirbt mit dem unverwechselbar billigsten und gleichzeitig Hochwertigsten Brot. Das ist ein Widerspruch in sich. Doch wen juckt das schon.

Kette B (An einem großen blauen E auf gelbem Grund zu erkennen) betreibt diese Strategie schon länger. Man kann wohl als großer Konzern Lebensmittel lieben, wie ein Hundehalter hoffentlich seinen Hund. Vielleicht liebt dieser Konzern ja wirklich seine Lebensmittel, das weiß ja keiner. Aber was der “Kundendienst”-Satireaccount auf Facebook bereits bemerkt hat: Kette B liebt Landwirte genauso wenig wie Kette A. Dann doch lieber Umsatz als Liebe.

Eine wesentlich diskretere Form

Genauso hält es sich bei angeblichen Journalisten. Wenn ein paar renommierte Blätter sich auch stets aus Grabenkriegen fern halten: Es wird immer eine Meinung suggeriert. Und die suggerierte Meinung ist auch immer die richtige. Steht ja schließlich in der Einzig wahren Zeitung. Auf die Idee, dass ein großes Münchner Blatt schon allein aus ihrer Herkunft heraus meist konservativer ist als ein kleines Blatt im Norden oder der direkte Konkurrent aus Frankfurt, kommen natürlich die Wenigsten. Aber geht es darum Seitenhiebe zu verteilen, da sind natürlich beide groß dabei. Diese Form ist zwar wesentlich diskreter, zeigt jedoch: Auch hier ist man sich nicht gerade grün.

Schlichten? Regulieren? Wozu denn!

“Kann man derartige “Konflikte” durch eine Schlichtung beheben?”, mag sich vielleicht der ein oder andere Fragen. — etwa durch einen Schlichter? Jemand wie Dr. Heiner Geissler wäre in keinem dieser Fälle ein guter Schlichter. Wofür braucht man auch einen Schlichter? Grabenkriege sind in der Liberalen und Freien westlichen Welt eher als Privileg denn als Problem zu verstehen. Lediglich die Suggestion falscher Tatsachen ist als kritisch zu betrachten. Derartige Maschen, die durch viele nichts sagende Worte und Phrasen entstehen sollte man viel eher hinterfragen und versuchen sachlich zu erörtern, als direkt zum Shitstorm aufzurufen. Und manchmal ist einfach schon genug damit getan, sich zurückzulehnen und für sich zu wissen: “Nicht mit mir, das habe ich durchschaut.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

wortkrieg, 2017.