Ausblicke

Wieso ein wenig Nebel uns allen ganz gut tun würde.

“Da oben sieht man den ganzen Ausblick.”

— Wortfetzen auf der Straße

Man steht mitten auf der Straße. Man musste einfach stehen bleiben, denn plötzlich überkam es einen. Es erscheint auf einmal alles ganz klar, es liegt vor einem.
Einen derartigen oder einen ähnlichen Moment findet man in Filmen oder Büchern nur zu häufig. Doch gibt es so einen Moment wirklich? Begnet einem etwas derartiges im Alltag? Seien wir mal ehrlich: Wenn, dann wirklich sehr selten. Und das, obwohl man ab und an wirklich so einen Moment gebrauchen könnte. Sei es wegen Problemen oder Entscheidungen die Beziehung, den Beruf oder den Freundeskreis betreffend zu treffen.

Von selbst regelt sich nichts

Die Wahrheit ist doch, dass man auf einen solchen Moment nicht warten sollte. Sich nicht auf das erscheinen verlassen kann. Von selbst regelt sich nichts. Und wenn man so beobachtet, wie die Mitmenschen mit Problemen umgehen, so kann man doch auch immer eine Gruppe entdecken, die auf genau das wartet. Nur kann man auch feststellen, dass genau solch ein Moment meistens nicht eintrifft.

Klar: Es gibt auch jene Glückspilze, die man irgendwie nicht leiden kann, bei denen sich quasi selbst alles regelt. Aber die besten Zukunftsaussichten hat man doch, wenn man sich selbst bewusst entscheidet. Für oder gegen was auch immer. Hauptsache, man tut etwas!

Auf einem Aussichtsturm sieht man auch nur zum Horizont

Denn was verbindet alle großen Männer mit dem Rest der Menschheit? (Abgesehen von Anatomie) — Wir alle machen Fehler. Und wir alle haben Entscheidungen zu treffen, die uns neue Perspektiven eröffnen. Und diese Perspektiven liegen selten klar vor einem. Geht man auf einen Aussichtsturm, so sieht man auch nur bis zum Horizont. An guten Tagen. Im Nebel sieht man unter Umständen nicht viel weiter, als der Arm reicht. Und trotzdem kann man nicht einfach still stehen.

Gerade Nebel hat ab und an etwas magisches. Wenn alles, was man kennt und erwartet auf einmal verschwindet, die Landschaft auf einmal komplett anders aussieht. Man erhält einen neuen Blickwinkel. Und das ist auch gut so.

Wenn sich der Nebel dann früher oder später lichtet, hat man unter Umständen eine andere Sicht auf die Dinge. Tatsächlich tritt nach meinem Gefühl das Naturphänomen Nebel immer seltener auf — oder ich bemerke ihn immer seltener. Das ist schade, denn meist ist der Ausblick nachdem sich der Nebel gelegt hat der schönste und klarste.

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wortkrieg, 2017.